Wohnkultur

 

 

Wenn wir über Möbel & Dekoration sprechen, sind Namen wie z. B. IKEA nicht mehr wegzudenken. Sie sind fast ein “muss” in unserer heutigen Gesellschaft. Einige Möbel dieser Einrichtungshäuser besitzen bereits Kultstatus. Sie sind, vor allem für junge Menschen, der Start in die erste eigene Wohnkultur.

 

Eine etwas andere Wohnkultur bieten uns die handgefertigten Möbel aus der Werkstatt des Schreinermeisters. Sie sind etwas Besonderes.   Sie sind individuell.  Sie sind einmalig.

 

Mit dieser Wohnkultur ist selbstverständlich nicht der sogenannte “Gelsenkirchen-Barock” gemeint, der zwar noch dem Einrichtungsgeschmack der 1950er Jahre entsprach, jedoch in erster Linie nur optisch  der soliden Bauweise handwerklich gefertigter Möbel entsprach. Neue Techniken machten es  seinerzeit möglich, aus Spanplatte und Echtholz- oder Kunststofffurnier eine Optik zu schaffen, die - aus einiger Entfernung betrachtet - den “Originalen”, also den im Möbelschreiner-Handwerk des späten 19. Jahrhunderts gefertigten Schränken, Tischen und Stühlen, sehr nahe kam.

 

In einem Meisterbetrieb das Handwerk des Möbelschreiners zu erlernen und somit einen der schönsten Berufe der Welt auszuüben, wurde durch die beginnende Massenproduktion nahezu unmöglich.

Ein Großteil der selbständigen Möbelschreiner konnte nur aufgrund von Reparaturarbeiten alter und wertvoller Möbel überleben.

Als der Kauf von Antiquitäten in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nahezu in eine Hysterie ausartete, waren Möbelschreiner wieder gefragt um fachgerechte Restaurierungen ausführen zu können.

 

Der große Vorteil dieser “Antikwelle”: Junge Menschen lernten wieder den Beruf des Möbelbauers und Restaurators. Heute haben wir in Deutschland die wohl bestausgebildetsten Fachleute in dieser Berufssparte.

 

 

Gemälde von Luigi Rocca

 

 

Gemälde von Ferdinand Bierbaum
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